mobirex - Monitoring | Bildung | Information

Herzlich Willkommen bei mobirex

Seit dem 1. Januar 2021 bietet die Fachstelle mobirex - Monitoring | Bildung | Information zur extremen Rechten und daran angrenzenden Facetten der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) in Baden-Württemberg. Darüber hinaus legen wir seit dem 1. Mai 2021 einen weiteren Themenschwerpunkt auf das Thema Antifeminismus in Baden-Württemberg.

Wir stehen ehren- und hauptamtlich Engagierten in Baden-Württemberg in diesem Themenfeld zur Seite mit

  • Informationen und Analysen zu diesen Themen sowie mit der Vermittlung von Kontakten zu Ansprechpartner*innen aus den Bereichen Beratung und politische Bildung
  • einem Monitoring zu entsprechenden Aktivitäten, welches bei der Einschätzung von Entwicklungen und der Erarbeitung von Gegenstrategien hilft und mit
  • Bildungsformaten in Form von Vorträgen und spezifischen Workshops, mit denen wir für extrem rechte, antifeministische und diskriminierende Erscheinungsformen sensibilisieren und die Entwicklung von Umgangsstrategien anregen wollen.

Sprechen Sie uns bei Interesse gerne an. Unsere Kontaktdaten finden Sie in der rechten Spalte.

mobirex befindet sich in Trägerschaft der Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung Baden-Württemberg e.V. (LAGO) und ist Teil des Verbundes Demokratiezentrum Baden-Württemberg. Des Weiteren arbeiten wir mit dem Bundesverband Mobile Beratung zusammen.

Die Fachstelle wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Soziales, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" sowie vom baden-württembergischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration.

Aktuelles

30 Jahre Brandanschlag in der Geißstraße:
Reclaim and Remember

#saytheirnames: Ante B. (60), Ljuba B. (55), Zuzanna M. (57), Athina S. (24), Kristina S. (2), Nebahat S. (27), ihre Tochter Aynül S. (4) und ihr ungeborenes Kind

Podiumsgespräch am 07.03.2024, 18:00 Uhr
im Erinnerungsort Hotel Silber, Dorotheenstraße 10, Stuttgart

Anmeldung unter friederike.hartl@sjr-stuttgart.de

 

Auf dem Podium sprechen:

  • Ibrahim Arslan, Opfer und Überlebender des Brandanschlages von Mölln im Jahr 1992, Politischer Bildner, Aktivist und Empowerment-Coach
  • Heike Kleffner, Journalistin und Geschäftsführerin des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V.
  • Saime Ekin-Atik, Leiterin von LEUCHTLINIE, der Fach- und Beratungsstelle für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Baden-Württemberg
  • Prof. Dr. Christoph Kopke, Professor für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte an der HWR Berlin
  • Prof. Dr. med. Dr.phil. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin

Moderiert wird die Veranstaltung von Anna Hunger, Chefredakteurin der kontext:Wochenzeitung

Am 16. März 1994 starben sieben Menschen, Ante B., Ljuba B., Zuzanna M., Athina S., Kristina S., Nebahat S., ihre Tochter Aynül S. und ihr ungeborenes Kind, bei einem möglicherweise rassistisch motivierten Brandanschlag in der Stuttgarter Geißstraße. Zu Beginn der 1990er Jahre veränderte eine Welle rassistischer Gewalt das Leben vieler Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrungen für immer. Nach dem Herbst 1991 kam es binnen zwei Jahren zu mehr als 1.000 Brandanschlägen.Bis heute stehen die Namen der Städte Mölln und Solingen symbolisch hierfür.

Sowohl bundesweit als auch in Stuttgart selbst sind der verheerende Anschlag vom 16. März 1994 und vor allem auch der mögliche rassistische Hintergrund der Tat kaum bekannt. Obwohl der Täter bei nachfolgenden Brandanschlägen Bekennerschreiben mit eindeutig rassistischen Parolen und NS-Symbolen versandte, gilt der Brandanschlag auf die Geißstraße bis heute als Tat eines verwirrten, psychisch erkrankten Einzeltäters und Pyromanen. Rassismus spielte bei der Tat in der Geißstraßek keine Rolle, urteilte das Gericht. Eine Analyse der Stiftung Geißstraße unterstützt diese bis heute umstrittene Position.
Die Folgen sind gravierend: Bis heute sind die Getöteten nicht als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt; die Überlebenden sind ohne entsprechende Hilfen geblieben.
Anlässlich des 30. Jahrestages des Brandanschlages werden wir mit Expertinnen aus Überlebendeninitiativen, Wissenschaft und Praxis über Rassismus als mutmaßliches Tatmotiv des Brandanschlages in der Geißstraße sprechen: Es geht auch um die Frage von Rassismus als Tatmotiv bei psychisch erkrankten Täterinnen, die Pathologisierung von Rassismus, die gesellschaftliche Abwehr von Perspektiven und Forderungen von Überlebenden rassistischer Brandanschläge sowied die Kontinuitäten rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Baden-Württemberg und fehlende Anerkennung.

Veranstaltet von Stadtjugendring Stuttgart, Lern- und Gedenkort Hotel Silber, Fachstelle mobirex und Leuchtlinie Baden-Württemberg.

Den Veranstaltenden ist ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander sehr wichtig.
Störungen oder Beleidigungen führen zum Ausschluss aus der Veranstaltung. Die Veranstaltenden
behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten
Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige
menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu
verwehren oder von dieser ad hoc auszuschließen.
Zielgruppen

Unser Angebot richtet sich an:

  • Fachkräfte aus der (Offenen) Kinder- und Jugendarbeit
  • zivilgesellschaftliche Initiativen und Netzwerke
  • Lehrkräfte und Schulsozialarbeit
  • Vereine und Verbände
  • Journalist*innen
  • Engagierte in der Flüchtlingshilfe
  • Einzelpersonen
  • Kommunale Politik und Verwaltung
  • Landespolitik und -verwaltung
  • Kirchen und Religionsgemeinschaften
  • Migrant*innen-Selbstorganisationen
  • Gewerkschaften
  • Soziale Einrichtungen
  • Polizei
  • Gewerbetreibende und Unternehmen
Downloads

Die Materialien können kostenlos bei uns bestellt werden oder stehen hier zum Download zur Verfügung:

 

Infoflyer Antifeminismus (2022)

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Ein Blick auf die Region Heilbronn
Zwischen extrem rechten Aktivitäten und Engagement für eine menschenrechtsorientierte  Demokratie.
Hrsg. v. Fachstelle mobirex im Demokratiezentrum Baden-Württemberg (2021)

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Die Identitären - Keine Bewegung, aber extrem rechts
Infoflyer der Fachstelle mobirex (2019)

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EINSICHT|EN

Mit unserem Fachmagazin EINSICHT|EN wollen wir einen Blick auf die extreme Rechte, daran angrenzende GMF-Facetten und Antifeminismus in Baden-Württemberg werfen. In jeder Ausgabe gibt es dazu ein Schwerpunktthema.

  • EINSICHT|EN 01/2021 - In Pandemie-Zeiten
  • EINSICHT|EN 02/2022 - Kontur, Kontext und Kontinuität: von Antiziganismus im Südwesten
  • EINSICHT|EN 03/2023 - Extreme Rechte und Ungleichwertigkeitsideologien in der Postmigrationsgesellschaft
Weiterführende Links
Leseempfehlungen

Informationen zu den Themen (extreme) Rechte und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

  • Agentur für Soziale Perspektive: Das Versteckspiel. (2017) Hier abrufbar
  • Amadeu Antonio Stiftung: Alternative Wirklichkeiten. Monitoring rechts-alternativer Medienstrategien. (2020) Hier abrufbar
  • Demokratiezentrum Baden-Württemberg: Pädagogischer Umgang mit antimuslimischen Rassismus. (2016) Hier abrufbar
  • Landeszentrale für politische Bildung: Themenheft Antiziganismus. Aus der Reihe „Bürger & Staat“. (2018) Hier abrufbar
  • Landeszentrale für politische Bildung: Themenheft Homophie und Heterosexismus. Aus der Reihe „Bürger & Staat“. (2015) Hier abrufbar
  • Ministerium für Kultus, Jugend uns Sport BaWü/ LpB/ Zentrum für schulqualität und Lehrerbildung: Wahrnehmen - Benennen - Handeln. Handreichung zum Umgang mit Antisemitismus an Schulen. (2019) Hier abrufbar
  • Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.: „Ich bin stolz, Türke zu sein!“ Graue Wölfe und türkischer (Rechts-)Nationalismus in Deutschland. (2016) Hier abrufbar

 

Broschüren zum Umgang mit extrem rechten Aktivitäten

  • Beratungsnetzwerk Hessen: “Was soll ich denn da sagen?!” Zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rassismus im Schulalltag. (2016) Hier abrufbar
  • Bundesverband Mobile Beratung: "Was machen wir denn jetzt?!" Zum Umgang mit rechten Inhalten in Klassenchats. (2022) Hier abrufbar oder Druckversion bei mobirex anfragen
  • Bundesverband Mobile Beratung [u.a.]: „Wir holen uns unser Land und unser Volk zurück“ – Empfehlungen zum Umgang mit rechtspopulistischen Parteien in Parlamenten und Kommunen. 2. Aufl. (2019). Hier abrufbar oder Druckversion bei mobirex anfragen
  • Bundesverband Mobile Beratung/ Bundeszentrale für politische Bildung: Was blüht dem Dorf? Demokratieentwicklung auf dem Land. (2019) Hier abrufbar oder Druckversion bei mobirex anfragen
  • Bundesverband Mobile Beratung/ VBRG: Bedroht zu werden, gehört nicht zum Mandat. Ratgeber für Kommunalpolitik und Verwaltung. (2021) Hier abrufbar oder Druckversion bei mobirex anfragen
  • Lewandowsky, Stephan et al.: Widerlegen, aber richtig. Das Debunking Handbuch. (2020) Hier abrufbar
  • Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR): Wachsam sein! Zum Umgang mit rechten und rechtsextremen Einschüchterungsversuchen und Bedrohungen. (2017) Hier abrufbar

Zum Weiterlesen

  • Adorno, Theodor W.: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Ein Vortrag. Mit einem Nachwort von Volker Weiß. Berlin 2019.

  • Büchner, Timo: "Weltbürgertum statt Vaterland". Antisemitismus im Rechtsrock. Münster 2018.
  • Blum. Rebekka: Angst um die Vormachtstellung. Zum Begriff und zur Geschichte des deutschen Antifeminismus. Hamburg 2019.
  • Stegemann, Patrick/ Musyal, Sören: Die rechte Mobilmachung. Wie radikale Netzaktivisten die Demokratie angreifen. Berlin 2020.