Foto: Gerti Ginster-Hasse

„lokal vernetzen – demokratisch handeln“

Bitte beachten Sie: Die Bewerbungsfrist ist vorbei, es werden keine Anträge mehr entgegengenommen!

Menschen werden abgewertet und ausgegrenzt, jeden Tag, auch in Baden-Württemberg, in unserem direkten Umfeld. Doch abwertende Haltungen beschränken sich nicht auf bloße Meinungen über andere Menschen, sondern finden auch in verletzenden und menschenverachtenden Äußerungen oder Taten Verbreitung. Was bleibt sind Betroffenheit und Ohnmacht angesichts der hohen Zahl rechter Gewalttaten trotz der wiederkehrenden Demonstrationen von engagierten Menschen wie nach dem Attentat in Hanau, sowie aktuell gegen Rassismus oder gegen antisemitische Verschwörungsideologien. Darüber hinaus erleben wir im Alltag viele andere Facetten von Menschenfeindlichkeit, wenn beispielsweise seit Beginn der Corona-Pandemie asiatisch gelesene Menschen vermehrt von Übergriffen gegen ihre Person berichten, wenn Menschen aufgrund sozialer Zuschreibungen oder wegen ihrer körperlichen Fähigkeiten abgewertet oder aufgrund sonstiger zugeschriebener Merkmale ausgegrenzt, beleidigt oder bedroht werden.

Zugleich sind in Baden-Württemberg viele Menschen aktiv und engagieren sich in Bündnissen, Netzwerken und Initiativen für ein gerechtes, demokratisches Miteinander. Sie tauschen sich aus, machen auf abwertende Haltungen aufmerksam und handeln gemeinsam vor Ort, um von Ausgrenzung betroffene Menschen sowie den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken. Dieses Engagement soll mit dem Förderprogramm „lokal vernetzen – demokratisch handeln“ gestärkt und unterstützt werden.

Aktuelle Ausschreibung

Was wird gefördert? Wie wird gefördert?

Die im Rahmen des Förderprogramms ausgewählten Projektakteur*innen erhalten neben einer finanziellen Förderung von bis zu 10.000 €, Begleitung, Qualifizierung und Beratung zur Umsetzung ihrer Projektidee.

Das Förderprogramm ermöglicht die Förderung von lokalen Projekten in Baden-Württemberg, die sich gegen die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen einsetzen. Leitend für die Projektkonzeption ist die Überschrift: „lokal vernetzen – demokratisch handeln“. Wichtig ist, dass sich das Projekt an den lokalen Gegebenheiten orientiert und zur Vernetzung untereinander beiträgt. Deshalb geben wir keine Zielgruppen oder Methoden vor, sondern Sie entscheiden, wer im Gemeinwesen für Ihren Projektansatz wichtig ist und wie Ihr Projekt zielführend umgesetzt werden kann.

Besonders interessant und vielfältig kann ein Projekt werden, wenn neue Akteur*innen mit an Bord geholt werden und ganz neue Perspektiven auf das Handeln vor Ort entstehen. Wichtige Partner*innen bei der lokalen Vernetzung können zum Beispiel die örtliche Jugendarbeit sein sowie kommunale Ansprechpartner*innen. Bitte beachten Sie außerdem die Förderrichtlinien im Anhang des Antragsformulars.

Was verstehen wir unter abwertenden Haltungen?

Menschen werden aufgrund bestimmter zugeschriebener Merkmale verschiedenen Gruppen zugeordnet. Dies geschieht in bewussten und unbewussten Denkprozessen und dient dazu, die Komplexität des Alltags zu reduzieren. Von abwertenden Haltungen sprechen wir dann, wenn Angehörige solcher konstruierten Gruppen jedoch als ungleichwertig betrachtet und deshalb ausgegrenzt und diskriminiert werden. Der Begriff der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) fasst viele Facetten solcher abwertenden Haltungen, wie z. B. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus oder die Abwertung von Langzeitarbeitslosen zusammen.

Ein demokratisches Miteinander setzt jedoch voraus, dass alle Menschen als gleichwertige Individuen respektiert werden, ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion u.v.m. GMF stellt daher eine ernst zu nehmende Gefahr für das Fundament der demokratischen Verfasstheit unserer Gesellschaft dar.

Wer kann sich bewerben?

Es können sich Projektakteur*innen und Initiativgruppen aus Baden-Württemberg bewerben, die lokal bereits mit mindestens einer anderen Organisation oder Initiative, einem Bündnis oder Netzwerk zusammenarbeiten oder sich aktiv um eine lokale Vernetzung bemühen. Antragstellende Organisationen müssen als gemeinnützig anerkannt sein. Initiativgruppen müssen mit ihrer Projektidee eindeutig gemeinnützige Zwecke verfolgen. Für die Projekte benötigen Sie keine Kofinanzierung. Im Falle einer Kofinanzierung sollte angegeben werden, wie die Mittel im Finanzplan (Formular Projektantrag) verteilt sind.

Wer fördert?

Umgesetzt wird das Förderprogramm von der Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung (LAGO) in enger Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Die LAGO ist der Dachverband der Offenen Jugendarbeit in Baden-Württemberg und seit Jahren engagierte Akteurin im Bereich der Demokratiebildung und Prävention gegen die extreme Rechte. Die hier angesiedelte Anlauf- und Vernetzungsstelle gegen Rassismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus wird vom Ministerium für Soziales und Integration gefördert, um lokale Initiativen, die sich gegen jede Form von abwertenden Haltungen einsetzen, zu beraten und zu unterstützen.

Die Projektmittel werden im Rahmen des Landesprogramms „Demokratie stärken! zur Verfügung gestellt. Das Landesprogramm fördert zivilgesellschaftliches und kommunales Engagement gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus sowie für Demokratie. Umgesetzt wird es von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und ihren Partnereinrichtungen, finanziert aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg.

Gibt es eine Projektlaufzeit? Wieviel kann beantragt werden?

Die Projektlaufzeit beginnt am 1. November 2020 und endet am 31. Dezember 2021. Es können zwischen 5.000 und 10.000 Euro für ein Projekt beantragt werden. Während der Projektlaufzeit steht Ihnen eine Begleitung seitens der LAGO zur Verfügung und Sie erhalten Beratungsstunden mit externen Berater*innen.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Zunächst bitten wir Sie, das Antragformular auszufüllen. Wir empfehlen Ihnen, schon jetzt weitere lokale Akteur*innen anzusprechen und gemeinsam die Projektidee auszuformulieren. Es sollte im Antragstext deutlich werden, dass und wie Sie sich mit anderen Menschen vor Ort gegen abwertende Haltungen einsetzen, sich lokal vernetzen und gemeinsam aktiv werden möchten.

Der ausgefüllte und unterschriebene Antrag muss bis zum 15. August 2020 per Post (geltend ist der Poststempel) an die LAGO e.V., Siemensstraße 11, 70469 Stuttgart geschickt werden.

Bei Fragen zur Antragstellung wenden Sie sich gerne an die Anlauf- und Vernetzungsstelle gegen Rassismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus unter vernetzung@lago-bw.de oder telefonisch unter 0711-896915-19 sowie 0711-896915-39. Sie erreichen uns dienstags von 10 - 13 Uhr.

Formulare

Vergangene Förderphasen

Die Projekte 2018 - 2019 stellen sich vor

AJA Jugendnetz – Amstetten
Im Jugendtreff Amstetten sollen durch Empowerment und pädagogische Begleitung die Besuchergruppen vielfältiger werden. Ziel von AJA ist es, den Ort für alle Jugendlichen zu öffnen und Jugendliche mit Verantwortung im Rahmen von Teambuilding-Maßnahmen und Workshops zu stärken. Auch der Gemeinderat ist mit dem neu gewählten Steighofrat, einem Jugendgemeinderat, sehr divers besetzt. Ein weiteres Ziel von AJA ist es, die Mädchenarbeit fest zu etablieren, was als gelungen bezeichnet werden kann.

 

Empowerment LSBTTIQ*-Jugendliche – Heidelberg
Seit April 2018 findet Queer Youth Heidelberg in den Räumen des Jugendtreffs Kirchheim statt. Queer Youth ist ein offenes Angebot für schwule, lesbische, bi-, pan- und asexuelle, queere, trans*, inter* und nicht-binäre Jugendliche. Viele der Jugendlichen erfahren sich zum ersten Mal als Teil einer Gruppe, in der sie ihre Probleme, Fragen und Erfahrungen angstfrei thematisieren können. Ziele des Projektes sind darum u.a. die Sensibilisierung und Qualifizierung von Jugendlichen und pädagogischen Fachkräften als Multiplikator*innen für das Thema geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung und das Empowerment von LSBTTIQ*Jugendlichen durch gemeinsame Aktionen und Engagement.

 

Filmwoche mit Katrin Himmler – Buchen
Eine Woche lang ist die Politikwissenschaftlerin Katrin Himmler, Großnichte Heinrich Himmlers, im Neckar-Odenwald-Kreis zu Besuch. Frau Himmler stellt sich in dieser Woche vielen Fragen. Diese reichen von „Wollten Sie nie Ihren Namen ändern?“ bis „Was bedeutet für Sie Glück?“. Zum Abschluss hält Timo Büchner einen Vortrag zum Thema „völkisch-autoritärer Populismus in den Parlamenten – damals und heute". Spannend sind die Tage allemal, zumal es die beteiligten unterschiedlichen Schulformen interessant machen. Links zu Zeitungsberichten zum Projekt finden Sie hier, hier, hier und hier.

 

Langenau bleibt wach! – Langenau
Bereits am Vormittag hatten sich circa 150 Leute getroffen, um an einem ‚demokratischen Spaziergang’ durch Langenau teilzunehmen. An fünf Stationen trugen dabei Schauspieler*innen des Theaters Ulm Auszüge aus dem Grundgesetz vor, die oft kritisch die Verfassungswirklichkeit beleuchteten. Bemerkenswert viele Jugendliche beteiligten sich an der Veranstaltung unter dem Motto ‚Langenau bleibt wach’“. Unter anderem waren Theatergruppen vom Gymnasium mit Szenen aus Kästners ‚Konferenz der Tiere’ und der Gemeinschaftsschule mit zuvor in einem Theaterworkshop selbst entwickelten Szenen vertreten. Völlig überrascht vom großen Andrang waren die sieben Schüler*innen, die sich auf hohem Niveau bei einem selbst organisierten Poetry Slam in der Bücherei einen Reim auf Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Demokratie machten. Im Mehrgenerationenhaus wurde im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf die ‚Lange Nacht’ eine online-Plattform zur Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene vorgestellt.

 

Mehr Demokratie wagen im Sport VEREINt – Stuttgart
Sportvereine sind ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Sie übernehmen soziale und integrative Aufgaben, die auch an gesellschaftspolitischer Bedeutung gewinnen. Um Projekte im Verein gezielt umzusetzen und wichtige Themen voran zu bringen, sind Strukturen, die eine Mitsprache und Beteiligung ermöglichen, notwendig. Hier setzt das Projekt „Demokratie im SPORT VEREINt“ an. Ziel des Projekts ist es, demokratisches Denken und Handeln zu stärken, Beteiligungsprozesse anzustoßen und jungen Vereinsmitgliedern Einblicke in die politischen Strukturen Stuttgarts zu ermöglichen. Dazu wurden von Seiten der Projektträger*innen verschiedene Aktionen entwickelt, die im Rahmen des Projekts von Sportvereinen kostenlos gebucht und umgesetzt werden können.

 

Ökumenisches Bündnis gegen Armut und Ausgrenzung – Singen
Das Ziel des Vereins „Ökumenisches Bündnis für Menschenrechte Hegau-Bodensee“  ist es, der Opfer der Nazi-Diktatur des „Dritten Reiches“ durch die geplante Errichtung einer Sinti-Gedenkstätte in Singen zu gedenken und die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, dass die Ausgrenzung und Ablehnung von Angehörigen der ethnischen Minderheiten der Sinti und Roma bis in die heutige Zeit anhält. Der Verein „Ökumenisches Bündnis für Menschenrechte Hegau-Bodensee“ arbeitet mit der Stadt Singen und dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg zusammen. Den Link zur Homepage des Bündnisses finden Sie hier. Links zu Presseartikeln finden Sie hier und hier.

 

TanzTheaterTee – Freiburg
Das Projekt richtet sich an geflüchtete Frauen aus Gundelfingen – einer kleinen Gemeinde vor Freiburg. Es setzt an den Ressourcen der Frauen an. Durch gemeinsames Tee trinken, Entspannungs- und Massageübungen, Yoga, Austauschrunden, kreatives Gestalten genauso wie Körperwahrnehmungs- und Bewegungsspiele sowie Tanz bieten die Treffen einen Ausgleich zum Alltag der Frauen. So können die Frauen sich selbst empowern. Es erscheinen um die 10 Frauen aus Syrien, der Türkei, Afghanistan, Palästina, Somalia und dem Irak. Zum Abschluss des Projektes gibt es einen Wendo- Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurs, der sich an alle Frauen der Gemeinde richtet.

 

Tanzprojekt "Fair und cool" – Mühlhausen
„Fair und Cool“, das ist der Name eines Tanzprojektes für Mädchen, die teils Gewalt und Ausgrenzung erlebt haben. Im Rahmen der Mädchenwerkstatt des Bildungs- und Beratungszentrums „Haus am Mühlebach“ treffen sich die Mädchen regelmäßig, um gemeinsam an Themen zu arbeiten, die sie bewegen. Eines dieser Themen beinhaltet den Umgang mit und die Verarbeitung von Gewalterfahrungen. In regelmäßigen Treffen wurde gemeinsam an Choreographie und Liedtexten gearbeitet. Das Ergebnis wurde der Öffentlichkeit im Rahmen von zahlreichen öffentlichen Tanzaktionen präsentiert. Das Selbstbewusstsein der Mädchen wurde gestärkt, sie wurden zu Akteurinnen für ihre Sache und übernehmen heute in Diskussionsrunden teilweise die Moderationsrolle. Nähere Informationen zum Tanzprojekt finden Sie hier.

 

Wir - Miteinander – Kirchzarten
Um Vorurteilen gegenüber Menschen, die aus verschiedenen Gründen als „anders“ ausgegrenzt und abgewertet werden, von Anfang an zu begegnen, setzt das Projekt „Wir – Miteinander“ beim Erlernen und Einüben eines gelungenen Miteinanders im Kindergartenalter an. Das Projekt zielt auf die Interaktion zwischen Eltern, Kindergarten-Kindern und Erzieher*innen. So werden einerseits die Kindergarten-Kinder durch altersgemäße Methoden an die Themen Interkulturalität und Diskriminierung herangeführt. Andererseits erhalten die Erzieher*innen qualifizierte Fortbildung zu Themen wie „Vermittlung von Sprache und Werten“. Das Projekt verschreibt sich explizit den Themen Demokratieförderung und Wertevermittlung, wobei kleine und große Menschen gleichermaßen erfolgreich angesprochen werden.

 

Tiefenschärfe - Foto – Mannheim
Unter dem Titel „Tiefenschärfe – Ein Foto und seine Geschichte“ ruft die Stadt Mannheim gemeinsam mit dem Jugendkulturzentrum Forum und dem Stadtjugendring Mannheim einen Wettbewerb ins Leben, im Rahmen dessen Menschen in Form von Text und Fotografie ihre ganz persönlichen Berührungspunkte mit dem Thema Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Exklusion erzählen und darstellen können. Doch trotz umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit und professioneller Werbematerialien sowie toller Referentinnen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen, werden keine Fotos oder Texte eingesendet. Es gibt gute Gründe, davon auszugehen, dass es diese Geschichten zum Thema Exklusion zwar gibt, dass diese jedoch ungern erzählt werden. Die Frage lautet daher, was es braucht, um diese Geschichten hervorzuholen und sie angemessen zu würdigen.

Die Projekte der Kurzförderphase 2017 stellen sich vor

Koschtnix' Umsonstladen
Der Umsonstladen (ULA) ist ein Projekt der Offenen Jugendarbeit des Kreisjugendrings Esslingen e.V. in Kooperation mit der Gemeinde Lenningen, dem Arbeitskreis Asyl und der BruderhausDiakonie. Räumlich ist der ULA an eine offene Fahrradwerkstatt angegliedert, die nicht nur von Einheimischen, sondern auch von Menschen mit Fluchterfahrung rege besucht wird. Neben der Annahme und Abgabe diverser Waren bietet der ULA auch die Möglichkeit zu Gesprächen und zum lockeren Austausch, zum Kennenlernen und wieder treffen. Ziel ist es, Menschen zusammenbringen und zu einer Kultur der Begegnung und der Kooperation, des respektvollen Miteinanders und der gegenseitigen Anerkennung und Unterstützung beizutragen.

 

SchwuB – Zeltwochenende
Im Sommer 2017 trafen sich die Schwule Jugendgruppe aus Biberach und die Young And Queer Gruppe aus Ulm/Neu Ulm an einem Wochenende zum jährlichen Zeltausflug im Oberallgäu in der Nähe des schönen Alpsees. Es wurde viel diskutiert über wichtige Themen wie die Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Jugendgruppen, Vorstellungen was sich in der Politik und der Gesellschaft verändern muss, um mehr Gerechtigkeit für LSBTTIQ*-Menschen zu schaffen und was Jugendgruppen dazu beisteuern können. Zudem hat sich gezeigt, wie sinnvoll so ein Zeltwochenende ist, um neue Projekte zu starten.


Ago - Miteinander ohne Vorurteile
Wir hatten das große Projekt vom 3. - 8. September und haben uns mittlerweile in verschiedensten Gesprächskreisen wieder getroffen. Am Mittwoch findet ein weiteres Treffen u.a. mit den Eltern bzw. Betreuern und den Kindern/Jugendlichen statt. Alles in allem muss man sagen, dass die Aktion ein großer Erfolg ist und die Teilnehmer sich interessant austauschen und kennen lernen konnten. Die Erfahrungen für die Teilnehmer konnten nicht unterschiedlicher sein und wir können sagen, dass der Lerneffekt für alle enorm war und auch ist.

 

Flügeln & Wurzeln. Männer gemeinsam im Gespräch
Flügel & Wurzeln ist ein Projekt des Caritasverbandes Breisgau Hochschwarzwald e.V. in Kooperation mit den Gemeinden Ebringen und Schallstadt. Der Gesprächskreis ist speziell für Männer mit und ohne Flucht-/ Migrationshintergrund und bietet einen Raum der Begegnung und des zweckfreien Austausches. Ein Raum um ins Gespräch zu kommen, mit einem klaren Rahmen, und ausgerichtet auf Gemeinschaft. Das Projekt bringt Männer unterschiedlichster Lebenswelten und Prägungen vor Ort zusammen und ermöglicht ein vertieftes Gespräch und vis-a-vis-Begegnungen.


Farbklecks - gemeinsam.bunt.bewegt
Farbklecks - gemeinsam.bunt.bewegt ist ein Projekt, das die Rinnenäcker Grundschule, die BürgerInteressenGemeinschaft Waiblingen Süd e.V. und die Kunstschule Unteres Remstal im Herbst 2017 gemeinsam umsetzen. Mit Hilfe eines künstlerischen Themas werden die Kinder der Rinnenäcker Grundschule zur Auseinandersetzung mit demokratischem Handeln bewegt, wobei gemeinsam Entscheidungen gefällt werden, das Gegenüber toleriert und respektiert wird, eventuelle Ausgrenzungen besprochen und ausgeräumt werden, bei denen die Meinungen der anderen gehört und mit in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Selbstbewusstes, gemeinsames und verantwortliches Handeln, dessen Reflexion, der freie Umgang mit Materialien, Raumsituationen und die Verknüpfung eigener Ideen mit der Lebenswelt, in der sich die Kinder bewegen, sind dabei vorrangig.

 

Mann oh Mann - Multikulturelle Perspektiven für junge Männer
In unserem Projekt sollen Angebote für Männer in Heimen für Geflüchtete, in muslimischen Zentren, in der Jugendhilfe (für UMAs), in Kaffeehäusern und in Stadtteilzentren entwickelt und durchgeführt werden. Ziele sind dabei z.B. die Teilhabe von Männern mit unterschiedlicher Herkunft am gesellschaftlichen Diskurs, gemeinsame Diskussionen über Normen, Werte und Selbstwert, Männer- und Frauenrollen, Rechte und „gesellschaftliche Pflichten und Erwartungen“, Empowerment und Selbstreflexion.

 

Brücken bauen für mehr Verständnis
Seit März 2016 wird der Stadtjugendring Biberach von der Landesanstalt für offene Jugendarbeit dabei unterstützt, das Projekt „Brücken bauen für mehr Verständnis“ umzusetzen, um dazu beizutragen, dass Biberach weltoffener, bewusst bunter und diskussionsfreudiger wird, was die Themen Flüchtlinge, Homosexualität, benachteiligte Jugendliche und Migrant*innen angeht. Es geht um eine engere Vernetzung innerhalb der Verbände des Stadtjugendrings, die Zusammenarbeit mit Vereinen und Gruppen, die jugendliche Flüchtlinge unterstützen, und das Haus der Jugendverbände mit seinen Gruppierungen in Biberach zu etablieren und interkulturell zu beleben.

 

Gedenkstätten - kulturelle Lernorte für MSO
Gedenkstätten bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte um aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie die der Flüchtlings- und Migrationsproblematik, kulturelle Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten, Ausgrenzung und Verfolgung zu thematisieren. Ziel des Projekts ist es, dass muslimische Jugendgruppen Gedenkstätten als (Lern)Ort für sich entdecken. Im Herbst 2016 fand ein erster Gedenkstättenbesuch statt. Junge Erwachsene aus der Albanischen Gemeinde Stuttgart, dem SJR Mitgliedsverein "Dialog Forum" und Studierende der Universität Tübingen folgten der Einladung der Alten Synagoge Hechingen und zeigten sich überrascht über die Vielfalt im Judentum.

Die Projekte 2015 - 2017 stellen sich vor

Tiefenschärfe - Vielfalt im Fokus
„Tiefenschärfe“ ist ein Mannheimer Kurzfilmfestivalprojekt, das gemeinsam von der Jugendförderung des Jugendamtes Mannheim sowie vom Jugendkulturzentrum FORUM/Stadtjugendring Mannheim e.V. durchgeführt wird. Im Rahmen des Festivals sind junge Filmemacher*innen eingeladen, darüber nachzudenken, welche Bilder wir von Menschen im Kopf haben. Wie blickt die Gesellschaft darauf, welche Erwartungen und Vorurteile existieren und was sind eigentlich die wesentlichen Dinge, die wir scharfstellen und auf die wir unseren Fokus richten möchten.

 

Gesicht zeigen! Demokratie, Freiheit, Menschenwürde
Die Netzwerkstelle für geflüchtete Menschen und das Jugendzentrum MOLKE veranstalten in Friedrichshafen Bildungsworkshops zum Syndrom der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) für Jugendgruppen sowie für zivilgesellschaftliche Gruppen wie Kirchen, Vereine und Initiativen zur Unterstützung von geflüchteten Menschen. Das Projekt „Gesicht zeigen! Demokratie | Freiheit | Menschenwürde“ informiert über Intersektionalität und das Syndrom GMF, aktiviert junge Menschen, sich für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde einzusetzen, und vernetzt aktiv couragierte, engagierte Menschen in der lokalen Netzwerkstelle sowie im Jugendzentrum MOLKE.

 

"30. Treffen. 30. Protokolle"
Kinder und Jugendliche aus Karlsruhe treffen junge Geflüchtete. Beim gemeinsamen künstlerischen Arbeiten setzen sich die jungen Teilnehmer für mehr Toleranz und den Abbau von gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit ein. Kontakte zur Bevölkerung und den Vereinen werden gesucht, um Partner im Stadtteil für die Unterstützung der Flüchtlingsarbeit zu finden. Aktive Träger und Einzelpersonen vor Ort vernetzen sich.

 

"T.A.L.K. - respects connects"
T.A.L.K. ist ein Reutlinger Jugendantidiskriminierungsprojekt und startete im Herbst 2015 ins dritte Jahr. T.A.L.K. ist die Abkürzung für „Tanz/Musik und Aktion im Landkreis Reutlingen“. Sie steht für das Wort „Ergreifen“. T.A.L.K. möchte Jugendliche darin bestärken, sich von Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen nicht unterkriegen zu lassen. Vorrangig ist es für Jugendliche konzipiert, die in der Gesellschaft eine Form von Ausgrenzung erfahren, zum Beispiel durch einen zugeschriebenen oder tatsächlichen Migrationshintergrund, aufgrund ihrer Hautfarbe oder einer Behinderung. In künstlerischen Workshop werden den Jugendlichen Angebote gemacht, in denen sie die Themen, die sie beschäftigen, aufgreifen und künstlerisch durch unterschiedliche Formen ausdrücken können.

 

"Biographie - Arbeit für und mit Flüchtlingen“
Seit Januar 2015 haben ca. mehr als 250.000 Afrikaner*innen den gefährlichen Schritt gewagt, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Schätzungsweise 2.400 von ihnen sind dabei im Mittelmeer tödlich verunglückt. Durch das Projekt sollen afrikanische Flüchtlinge dabei unterstützt werden, ihre Vergangenheit und ihr Trauma zu be- und verarbeiten. Das Ankommen in Deutschland soll erleichtert werden, indem sie Einzelunterricht und Gruppenarbeit angeboten, Informationen und Wissen zur neuen Heimat vermittelt und Kontakt zu den Landsleuten und den Einheimischen ermöglicht bekommen. Hier finden Sie die Website des Sompon Socialservice e.V. 

 

"Heidelberger Muslime - selbstverständlich mitverantwortlich"
Das Projekt „Heidelberger Muslime: selbstverständlich mitverantwortlich, GMF–muslimische Positionen“ in Heidelberg im Rhein-Neckar-Kreis will polarisierende Themen und demokratiegefährdende Einstellungen auch in der muslimischen Community offensiv zur Sprache bringen. Angeregt werden soll eine Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Ideologien unter muslimischen Jugendlichen.Weiterhin werden im Rahmen des Projektes Heidelberger Bürger*innen am Beispiel von Muslimfeindlichkeit zu einem gesteigerten Bewusstsein für den Komplex GMF gelangen. Hier gelangen Sie zur Teilseiend-Homepage.

Die Projekte 2013 - 2014 stellen sich vor

Diakonisches Werk Breisgau-Hochschwarzwald
"Miteinander" soll Demokratieförderung und Prävention gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit  im Kindergarten schaffen. Zielgruppe sind 100 Vorschüler in 3 Kindergärten, deren Eltern und die Erzieherinnenteams in den Einrichtungen.

Ev. Diakonieverband Calw - Fachberatung Migration
"Verschiedene Herkunft - gemeinsame Zukunft" ist ein Projekt im ländlich-kleinstädtischen Nagold gegen Fremdenfeindlichkeit, Alltagsrassismus und Etabliertenvorrechte.

BruderhausDiakonie Stiftung Gustav Werner und Haus am Berg
Fachdienst Jugend Bildung Migration
"Blickwinkel" Ein Theaterprojekt zur Förderung des Dialogs zwischen Jugendlichen und den lokalen Sicherheitsbehörden. Daneben gibt es eine Kooperation mit dem Brückenhaus Kirchheim und der Beratungsstelel für Geflüchtete "Chai" in Kirchheim.

Stiftung Jugendhilfe aktiv
Theodor-Rothschild-Haus für Jugendhilfe Esslingen
"Laubhüttengarten" ist ein Projekt mit Jugendlichen gegen Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung heute, das konkret an der Geschichte des Theodor-Rothschild-Hauses, ehemaliges "Israelitisches Waisenheim" bis 1939, ansetzt. Wo 1938 das Novemberpogrom stattfand, soll der Laubhüttengarten als Ort der Vielfalt und Toleranz errichtet werden.

Bündnis "Heilbronn sagt nein" c/o DGB Nordwürttemberg
Unterstützung der Vernetzung zwischen dem Bündnis Heilbronn sagt nein! und Schulen sowie der Polizei vor Ort: Der Dokumentarfilm über die Rechtsextreme Musikszene Film "Blut muss fließen" wird am 24. und 25.10.2013 für Schüler, Lehrer und Mitarbeiter aus der Jugendarbeit sowie für die Öffentlichkeit in mehreren Vorstellungen gezeigt. Ziel des Projekts ist es,  die Schulen an das Thema und die Arbeit des Bündnisses heranzuführen, Kontakte mit der Polizei knüpfen und das Bündnis langfristig zu stärken.

Türkische Gemeinde Baden-Württemberg
"Aktionen für Vielfalt und Toleranz" für junge Erwachsenen, die Diskriminierungserfahrungen gemacht haben, für die Öffentlichkeit sowie Multiplikatoren. Themen sind Antidiskriminierung, Antirassismus, Diversity.

Sompon Social Service Esslingen
"Fit für eine Welt" sind Veranstaltungen für Junge afrikanische Menschen, "weiße- und schwarze-Deutsche", Stärkung von Betroffenen von Diskriminierung und Sensibilisierung für Rassismus.